Haben Sie einen Feind?
Hier kommt schon mein dritter Blog-Beitrag nach dem Ende der LOLA-Impulse
1. März – 2025
Verfasser: René Egli
Sollten Sie einen Feind haben – was ich nicht hoffe – so stellt sich die Frage: Wie geht man mit einem Feind um? Ich muss vorausschicken, dass ein Feind nicht nur ein Mensch sein kann, sondern auch eine Krankheit, eine Organisation oder eine politische Partei oder…
Wenn man weiss, wie das LEBEN funktioniert, ist die Antwort auf obige Frage relativ einfach. (Es ist immer alles einfach, wenn man weiss, wie das LEBEN funktioniert.) Aber da die meisten Menschen nicht wissen, wie das LEBEN funktioniert, wird alles ein bisschen kompliziert, und sie glauben, ein Feind müsse bekämpft werden. Die Kampfstrategie ist zwar völlig unlogisch, aber sie ist eine weit verbreitete Strategie.
Die Kampfstrategie funktioniert aus zwei Gründen nicht:
- Kampf bedeutet Druck; und wie wir in der Schule im Physikunterricht gelernt haben, folgt auf Druck Gegendruck. Und je mehr Druck, desto mehr Gegendruck. Wenn man will, kann man das überall beobachten. Sehr schön auch in der Politik. Wenn man eine Partei bekämpfen will, macht man sie stärker.
- Was die meisten Menschen nicht wissen: Wer gegen etwas kämpft, der kämpft letztlich immer gegen das LEBEN. Und wer ist wohl stärker: Das LEBEN oder mein Ego? Wer kämpft, hat vielleicht manchmal den Eindruck, dass er gewonnen hat; aber das ist eine Illusion. Wer kämpft, verliert letztlich immer. Sehr schön sieht man das, wenn eine berühmte Persönlichkeit an Krebs stirbt. Es heisst dann jeweils „er hat gekämpft bis zum Schluss“. Aber gestorben ist er trotzdem. Was man nicht unterschätzen sollte, ist dies: Man kann sehr wohl an einem Ort (punktuell) mit der Kampfstrategie gewinnen, aber das LEBEN ist ganzheitlich, das heisst: Ich verliere dann an einem anderen Ort. Vielleicht schmerzt es mich dann dort noch mehr.
Folglich: Die Kampfstrategie ist nicht logisch, nicht vernünftig.
Was also ist zu tun?
Kein Kampf gegen etwas oder gegen jemand. Aber zuerst kommt noch ein entscheidender Punkt: Meine geistige Einstellung der Situation gegenüber. Wenn ich den anderen als Feind betrachte, dann habe ich schon das erste Problem kreiert. Damit beginnt die Trennung – und anschliessend der Kampf.
Beispiel 1: Die Pharmaunternehmen sind der Meinung, dass sie Krankheiten bekämpfen müssen. Das verstehe sogar ich sehr gut. Aber: Gibt es deshalb weniger Krankheiten?
Beispiel 2: Die Menschen der Hilfsorganisationen sind der Meinung, dass sie die Armut in der Welt bekämpfen müssen. Das habe ich schon vor 50 Jahren gelernt, als ich Geld für die armen Menschen in Afrika spenden musste. Gibt es deshalb – 50 Jahre später – weniger Armut?
Beispiel 3: In Frankreich hat der Staat soeben den TV-Sender C8 verboten, weil ein sehr erfolgreicher Moderator Dinge gesagt hat, die einigen mächtigen Politikern offenbar nicht gefallen haben. Was ist geschehen? Dieser Moderator hat jetzt einen eigenen TV-Sender und wird von vielen Internet-Anbietern unterstützt. Das heisst: Er hat jetzt ein noch viel grösseres Publikum als vorher und folglich noch viel mehr Werbeeinnahmen als zuvor. Ist das nicht faszinierend? Das Verbot ist das Beste, was diesem Moderator geschehen konnte. Die besagten mächtigen Politiker haben das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich wollten.
Damit man mich nicht falsch interpretiert: Die Menschen in der Pharmabranche und auch die Menschen in den Hilfsorganisationen sowie die Politiker, haben – so wie wir alle – keinen freien Willen. Sie müssen tun, was sie tun müssen. Vielleicht muss diese erfolglose Kampfstrategie so lange fortgesetzt werden, bis auch der Letzte versteht, dass es so nicht funktioniert.
Man kann sehr wohl eine andere Meinung haben als der andere. Aber es geht darum, die Meinung des anderen zu akzeptieren. Was bedeutet es, wenn wir die Meinung des anderen akzeptieren? Wir akzeptieren das LEBEN!
Es gibt schlicht und ergreifend keine erfolgreichere „Strategie“ als das LEBEN zu akzeptieren. Oder mit anderen Worten: Bedingungslose Liebe für meine „Feinde“.
Jetzt kommt mir soeben folgendes in den Sinn: Hat nicht Jesus irgendwo gesagt „liebe Deine Feinde“?
Aber eben: Man sollte das Wort Feinde besser nicht benutzen.
Bis zum nächsten Mal. Euer René Egli.
