Budget? Nein, danke!
Wie wollen Sie aus dem Mangel herauskommen, wenn Sie sich auf den Mangel konzentrieren?
17. September – 2025
Verfasser: René Egli mit Françoise Egli
Ich wäre nicht überrascht, wenn nach dem Lesen dieses Textes die eine oder andere Leserin oder der eine oder andere Leser ihr/seine Mailadresse bei uns löschen lassen würden.
Wir empfehlen hier nämlich das Gegenteil von dem, was normalerweise empfohlen wird. Aber wenn wir das nachplappern würden, was überall erzählt wird, dann bräuchte es uns ja nicht.
Es geht um die Erstellung von Budgets.
Es ist klar, dass Nationen und Unternehmen Budgets brauchen, um für alle Beteiligten die Richtung vorzugeben. So weit, so normal.
Aber brauchen auch Privatpersonen Budgets? Wer sehr viel Geld hat, braucht wahrscheinlich kein Budget, in welchem er auflistet, wieviel Geld er/sie für Miete, Kleidung, Schuhe, Essen, Versicherungen, etc. ausgeben will. Er/sie weiss, dass immer genug da ist. (Meine Frau nennt das einen Brunnen ohne Boden.)
Aber Finanzberater empfehlen den Menschen, die wenig Geld haben, unbedingt ein Budget zu erstellen, damit man weiss, ob am Monatsende noch etwas Geld übrigbleibt, oder ob man ins Minus abgleitet. Das klingt logisch und vernünftig.
Aber hier geht es nicht um die Frage, wie Finanzen funktionieren, hier geht es um die Frage, wie der Mensch und das LEBEN funktionieren.
Und aus dieser Sicht ist ein Budget so ziemlich das „Schlechteste“, was Sie tun können. Weshalb? Wenn Sie wenig Geld haben und wenn Sie ein Budget erstellen, dann zementieren Sie Ihren Mangel. Sie konzentrieren sich auf die Begrenzung. Hier dürfen Sie nicht mehr ausgeben und dort müssen Sie sparen. Mit anderen Worten: Mangel! Mangel! Mangel!
Wie wollen Sie aus dem Mangel herauskommen, wenn Sie sich auf den Mangel konzentrieren?
Wie wissen, wovon wir sprechen. Als wir fast kein Geld hatten, haben wir kein Budget erstellt. Das hätte uns nämlich schlaflose Nächte bereitet. Wir hätten immer vor Augen gehabt, wie wenig Geld wir haben, wo wir sparen müssen. Und unser ganzes Leben hätte sich an diesem Mangel ausgerichtet. Wir haben uns auf den Überfluss konzentriert, nicht auf den Mangel.
Als einer unserer Söhne nach dem Abschluss der Schule ins Berufsleben wechselte, ergab sich folgende Situation: Wir wollten nicht, dass er weiter bei uns zu Hause wohnt, also mietete er eine Wohnung. Er fand einen Job, in welchem er ein bisschen etwas verdient hatte. Wir haben ihm dringend empfohlen, kein Budget zu machen. Wenn er nämlich ein Budget gemacht hätte, dann hätte er festgestellt, dass das Geld hinten und vorne nicht ausreicht. Sein Lohn war viel zu klein, um die Miete und das Essen etc. zu bezahlen. Er hatte sich nicht auf das konzentriert, was fehlt, sondern auf seinen Job, auf das, was er hatte. Damit hat er die Türe zum Reichtum und nicht zum Mangel geöffnet.
Ich rate Ihnen dringend: Wenn Sie wenig Geld haben, hören Sie auf zu rechnen. Konzentrieren Sie sich nicht auf Zahlen! Zahlen sind immer (!) begrenzt. Das Leben ist keine Rechenaufgabe. Das LEBEN ist etwas Heiliges. Das LEBEN ist Überfluss, nicht Mangel. Der Überfluss hat keine Zahl. Aber viele Menschen denken sich durch ihr Verhalten in den Mangel. Sie sind nicht Opfer eines Lebens im Mangel. Allerdings: Wer Opfer spielen will/muss, der soll Opfer spielen.
Kürzlich hat uns jemand folgenden Satz an den Kopf geworfen: „Aber ich brauche doch Geld, um meine Miete und mein Essen zu bezahlen!“
Wir wissen das, wir sind ja nicht blöd. Und das, was wir LEBEN oder Grosses Ich nennen, weiss das ebenfalls. Das LEBEN ist ja nicht blöd. Es gibt Menschen (Christen!), die der Meinung sind, Gott (das Grosse Ich) sei allwissend. Wenn Gott allwissend ist, so weiss er logischerweise auch, dass wir Geld zum Leben brauchen, oder etwa nicht?
Bilden wir uns denn ein, wir seien intelligenter als das LEBEN, als die universelle Intelligenz? Haben wir denn kein Vertrauen in das LEBEN, in Gott? Wenn wir Vertrauen in das LEBEN hätten, dann müssten wir nicht alles durchkalkulieren und uns Sorgen machen, ob es reicht.
Aber beklagen Sie sich nicht, wenn der Mangel in Ihrem Leben andauert.
Noch ein wichtiger Punkt, damit keine Fehlinterpretationen aufkommen: Ich propagiere hier nicht das Schuldenmachen. Für mich war und ist es immer sehr wichtig, dass alle Rechnungen fristgerecht bezahlt werden. Schliesslich hat man eine Leistung bekommen, und diese Leistung muss honoriert werden – andernfalls handelt es sich um Diebstahl. Es geht nicht an, dass man etwas in Anspruch nimmt, wofür man nicht bezahlt.
Eines unserer Bücher, das am wenigsten verkauft wird, ist mein Lieblingsbuch „Der Überfluss des Lebens“. Das ist kein Wunder, denn wer weiss schon, was Überfluss bedeutet? Dort könnte man lesen, wie man auch mit wenig Geld im Überfluss leben kann. Aber im Mangel zu leben und sich zu beklagen, ist auch ok. Nur: Das LEBEN kennt kein Reklamationsbüro.
Bis zum nächsten Mal. René und Françoise Egli.
