Weshalb merkt das (fast) keiner
Wir betrachten uns nie als Opfer
26. Mai 2026
Verfasser: Françoise und René Egli
Normalerweise hören wir in den Medien immer wieder von steigenden Preisen. Das kann Angst machen, weil dadurch die Kaufkraft sinkt. Mit anderen Worten: man wird ärmer.
Aber.
An einem Tag im Mai 2026 las ich in der Presse folgende Information: Die Firma Swatch bringt eine billige Luxusuhr auf den Markt.
Aha, dachte ich. Jetzt wird sogar der Luxus billig.
Am selben Tag las ich folgende Information: Eine französische Billigkleider-Kette (für Kinder) plant die Eröffnung von 30 (!) Boutiquen in der Schweiz.
Aha, dachte ich. Jetzt werden die billigen Kleider noch billiger.
Etwas später – auch im Mai – las ich eine Werbung für eine Tauschbörse für Damenkleider in Zürich. Man soll seine Kleider nicht mehr kaufen, sondern tauschen. Das ist grossartig für die Umwelt und spart Geld.
Aha, dachte ich. Ist es auch grossartig für die Kleidergeschäfte, die neue Kleider verkaufen wollen? Ist es auch grossartig für die Arbeiterinnen in Billiglohnländern, die davon leben, dass sie neue Kleider nähen?
Und in einem Buch über stürzende Imperien las ich – auch im Mai 2026: Bis 1999 erreichte der Anteil des Westens (Europa, USA, Kanada) an der konsumierten Weltwirtschaftsleistung (das BIP) den höchsten jemals gemessenen Wert, und zwar 80%. Mit anderen Worten: 80% der weltweiten Wirtschaftsleistung wurden in Europa erwirtschaftet. Seither geht es bergab. 2010, rund 10 Jahre später, waren es noch 60%. Und wenn man die Informationen liest, die ich am Anfang dieses Textes erwähnt habe, dann weiss man, dass es weiter abwärts geht.
Das ist so. Das kann niemand ändern. Das muss so sein, sonst wäre es nicht so. Es ist ein bestimmtes Bewusstsein – ein Mangelbewusstsein – das sich hier manifestiert.
Das Schöne am LOL²A-Prinzip ist das: Wir betrachten uns nie als Opfer. Wir sind nicht Opfer einer Wirtschaft, die sich im Niedergang befindet. Auch wenn der allgemeine Wohlstand rasch sinkt, so kann ein einzelner Mensch trotzdem (erfolg)reich sein. Das ist die Botschaft im neuen Buch von meiner Frau Françoise. Man muss nicht zwingend ein Mangelbewusstsein haben. Es gibt auch ein Bewusstsein von Überfluss, von Reichtum – auch dann, wenn der allgemeine Wohlstand abnimmt. Oder anders formuliert: Auch wenn es mit der Wirtschaft bergab geht, gibt es sehr reiche Menschen.
Der Sinn dieses Textes liegt darin, bewusst zu machen, dass wir nicht das Opfer eines wirtschaftlichen Niedergangs sind. Lassen Sie die anderen Mangel spielen – es gehört offenbar zu ihrem Spiel. Denken Sie einfach daran, dass es auch ein anderes Spiel gibt: Das Spiel von Überfluss. Das LEBEN ist nicht Mangel, das LEBEN ist Überfluss. Aber mit Sparen werden Sie dem Überfluss wohl kaum begegnen.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sommer.
Bis zum nächsten Mal. René und Françoise Egli.
