Denn sie wissen nicht, was sie tun
Dies ist mein erster Blog-Beitrag nach dem Ende der LOLA-Impulse
06. Februar – 2025
Verfasser: René Egli
Dieser Text ist ganz spontan entstanden. Es ist nur so aus mir herausgesprudelt. Und zwar wurde dieser Beitrag ausgelöst von einem Werbemail für einen Online-Kongress.
Ich fasse kurz zusammen, worum es in diesem Kongress geht, und lasse Sie verehrte Leserin, verehrter Leser darüber sinnieren – bevor ich mit meinen Überlegungen loslege.
In diesem Online-Kongress geht es um:
Mehr Selbstliebe
Mehr Selbstwert
Mehr Selbstvertrauen
Und ganz generell geht es um – wie könnte es anders sein:
„Gemeinsam für eine bessere Welt.“
Pause.
Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie dieses Programm lesen?
Ich beginne mal beim Einfachsten: Wer für eine bessere Welt ist, der sagt, dass diese Welt hier schlecht ist, das heisst: er verurteilt diese Welt. Und wenn Christen und andere Religionsanhänger davon ausgehen, dass diese Welt von Gott geschaffen wurde, dann bedeutet das, dass man Gott verurteilt. Und Sie wissen ja: wer verurteilt, der teilt. Und wer teilt, kreiert unweigerlich einen Konflikt. Das ist Physik.
Interessant ist, dass bereits der Universalgelehrte Leibnitz anfangs des 18. Jahrhunderts erklärt hat: „Wir leben in der besten aller möglichen Welten.“ Es gibt keine bessere. Der Wunsch, die Welt zu verbessern, hat in der Vergangenheit viele Todesopfer gefordert. Deshalb machen mir Menschen, welche die Welt verbessern wolllen, angst.
Es scheint einfacher zu sein, die Welt verbessern zu wollen als für das was ist, dankbar zu sein.
Und jetzt wird´s noch spannender:
Mehr Selbstliebe = Mehr Trennung
Mehr Selbstwert = Mehr Trennung
Mehr Selbstvertrauen = Mehr Trennung
Alles klar? Es heisst hier immer Ich, Ich, Ich. Und wer immer Ich, Ich, Ich sagt, trennt sich von allen anderen.
Nehmen wir als Beispiel das Selbstvertrauen. Man soll also mehr Vertrauen in sich selbst haben, weil man offenbar besser weiss als das LEBEN (= Gott, = das Universum, = das Grosse Ich), was für mich richtig ist. Wie ich schon oft geschrieben habe: Wir leben in einer gottlosen Welt. Den Organisatoren dieses Kongresses kommt es vermutlich gar nicht in den Sinn, dass es etwas geben könnte, was unsere Ratio, unser Ego übersteigt. Sie gehen offenbar davon aus, dass wir mit unserem Kleinen Ich die Lenker unseres Lebens sind. Ich stelle mir dann immer die Frage: Haben diese Menschen nicht gemerkt, dass längstens nicht alles so funktioniert wie sie möchten?
Dass es so (mit all diesen Trennungen, die wir machen) nicht funktionieren kann, dürfte wohl klar sein – das heisst, es funktioniert immer, aber oft nicht so, wie diese Menschen wollen. Wer überall trennt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn es an vielen Orten blockiert. (Zur Erinnerung: Auch Krankheiten sind Blockaden.)
Ich bin jetzt seit über 30 Jahren in diesem Geschäft unterwegs und ich habe immer wieder festgestellt, dass auch der intelligenteste Mensch das, was wir zu vermitteln versuchen, nicht verstehen kann, wenn er nicht das entsprechende Bewusstsein dazu hat.
Ich stelle mir das so vor: Wer dem 7jährigen Albert Einstein die Differentialrechnung erklären wollte, hatte wahrscheinlich keinen Erfolg damit. Nicht, weil der kleine Albert dumm gewesen ist, sondern es war einfach nicht der richtige Moment für den Albert Einstein, um die Differentialrechnung zu verstehen. Und so stelle ich immer wieder fest, dass auch hochintelligente Menschen das, was wir erzählen, nicht verstehen können, wenn es nicht der richtige Moment ist.
Aus der Sicht des LEBENS spielt das natürlich keine Rolle, weil es grundsätzlich keine Zeit gibt. Ob jemand etwas jetzt oder in 100 Jahren versteht, ist aus der Sicht des LEBENS ohne Belang. Es ändert an der Vollkommenheit der Welt nichts.
Diese Menschheit hier auf diesem Planeten ist eine Menschheit der Trennung. Es beginnt ja schon mit der Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies. Dort heisst es, sie haben gegessen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Alles, was uns vor die Füsse kommt, teilen wir ein in gut-böse, richtig-falsch, gesund-ungesund, usw.usf.
In unseren Seminaren vor mehr als 20 Jahren habe ich hergeleitet, was die Ursache für unsere Probleme und Konflikte ist: die Trennung. Überall dort, wo wir Trennung machen, entstehen Probleme und Konflikte. Oft ist es uns gar nicht bewusst, dass und wo wir Trennung machen. Ich will hier nur auf eine Trennung – aus meiner Sicht die folgenschwerste Trennung – hinweisen: Die Trennung zwischen uns und dem Grossen Ich, Gott, dem LEBEN, dem Universum oder wie auch immer Sie dieses Unerklärliche, Unendliche, Allmächtige nennen wollen. Unsere LOLA-Puppe demonstriert diese Trennung zwischen Kleinem und Grossem Ich sehr schön. Und sie demonstriert auch die „Lösung“. Meine Frau drückt es in ihrer komischen Sprache wie folgt aus: „Ich gehe in die Rucksack von die Leben.“ Das heisst: Es gibt kein Ich mehr. Es gibt „nur“ noch ES, das LEBEN.
Ich fasse zusammen:
Nicht Selbstliebe, sondern Liebe zum LEBEN.
Nicht Selbstwert, sondern Wertschätzung (Dankbarkeit) dem LEBEN gegenüber.
Nicht Selbstvertrauen, sondern Vertrauen in das LEBEN.
Nicht Ich, Ich, Ich, sondern ES, das LEBEN.
