Bringen uns die Emotionen um?

Machen uns die Emotionen krank?

9. Mai – 2025
Verfasser: René Egli

Seit Jahren empfehlen wir, das eigene Leben – und das der anderen – bewusst zu beobachten. Hier sind zwei  Beobachtungen, die wir in letzter Zeit gemacht haben:

Beobachtung 1:

Auf unserem Planeten existieren Hunderte von Pharma- und Biotechunternehmen. Diese investieren Milliarden in die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien gegen Krankheiten. Ein Beispiel: Ein vergleichsweise unbekanntes Unternehmen beschäftigt rund 8000 (!) Mitarbeitende und arbeitet an etwa 40 (!) potenziellen Krebsmedikamenten – und das ist nur eines von vielen.  Und doch: Die Zahl der Kranken scheint nicht abzunehmen. Im Gegenteil – Wartezeiten bei Ärzt:innen und in Spitälern sind oft lang. Ist das nicht eigenartig? Sollte es angesichts der enormen Investitionen in die Medizin nicht weniger Kranke geben?

Beobachtung 2:

In letzter Zeit sind uns mehrere schwer kranke Menschen begegnet. Was uns auffiel: Sie alle waren sehr emotionale Menschen – schwankten zwischen überschwänglicher Freude und tiefer Niedergeschlagenheit. Es ist ja schön, wenn man sich freuen kann, aber wir haben festgestellt, dass Mensch, die eine überschwängliche Freude manifestieren auch leicht in ein tiefes Loch fallen. Es sind diese Schwankungen der Emotionen, die offenbar langfristig dem Körper Schaden zufügen. Es fehlt bei diesen Menschen der Gleichmut. Und Gleichmut würde entstehen, wenn ein Mensch alles als vollkommen betrachten könnte. (Auch ein Experte für Langlebigkeit bestätigte: Stress schädigt den Organismus – und Stress entsteht durch intensive Emotionen.)

Und damit sind wir beim Kern unseres Anliegens:

Emotionen werden oft als etwas Positives betrachtet. Wir bewundern Menschen, die „aus sich herausgehen“. Wer wenig Emotionen zeigt, gilt schnell als kalt oder unsympathisch. Aber Emotionen sind weder gut noch schlecht – Emotionen sind Emotionen. Punkt. Entscheidend ist: Sie haben Auswirkungen auf unseren Körper, die offenbar nicht immer gesund sind. Nebenbei bemerkt: Eine der häufigsten und stärksten Emotionen ist die Angst.

Die moderne Medizin kann zwar Wunder vollbringen, aber wenn die Krankheit erst einmal da ist, ist es eigentlich schon zu spät. An der tiefer liegenden Ursache, an den Emotionen hat sich ja nichts geändert. Und weil das so ist, gibt es trotz modernster Medizin nicht weniger Krankheiten.

Die grundsätzliche Frage, die sich stellt, ist doch folgende: Woher kommen unsere Emotionen?

Die Antwort ist einfach: Alle Emotionen entstehen durch unsere Wertungen. Wenn wir etwas als gut bewerten, freuen wir uns. Wenn wir etwas als schlecht einstufen, sind wir enttäuscht oder traurig. Unsere ständigen Bewertungen erzeugen Emotionen – und diese belasten unseren Organismus.

Und weshalb werten wir permanent? Weil wir auf einem Planeten leben, auf dem die bedingte Liebe herrscht. Es ist die bedingte Liebe, die wertet. Immer. Wir lieben unsere eigenen Kinder, aber nicht unbedingt die der Nachbarn. Wir stehen hinter diesem Volk, aber nicht hinter jenem. Und wir verurteilen (!) Menschen, die nicht werten. (Davon gibt es allerdings nicht viele.) Der Tenor lautet: Man muss doch gegen böse Menschen (Politiker, etc.) etwas sagen. Man kann doch nicht einfach alles hinnehmen. Doch – man könnte. Wenn man Vertrauen in das LEBEN hätte.

Weil die meisten Menschen aber nicht alles hinnehmen wollen, gibt es Kriege, Krankheiten und Konflikte.

Würden wir in einer Welt der bedingungslosen Liebe leben, gäbe es keine Wertungen – und folglich auch keine krankmachenden Emotionen.

Die Emotionen bringen uns zwar nicht gleich um, aber sie sind schädlich für unseren Organismus.

Wir sterben nicht an ihnen, sondern dann, wenn es für uns vorgesehen ist.

Damit man mich nicht falsch versteht: Auch das Werten ist in Ordnung – sonst gäbe es das nicht. Schließlich müssen die Tausenden von Menschen, die in den Pharmaunternehmen und in der Medizin arbeiten, auch ein Einkommen haben. Wenn es keine Kranken gäbe, könnten sie ihre Rolle in diesem Leben nicht spielen.

Es ging mir darum, bewusst zu machen, dass unsere Krankheiten zwar mit Hilfe von Medikamenten und Therapien zum Verschwinden gebracht werden können, aber weil sich an der Ursache nichts ändert, treten immer neue Krankheiten auf.

Und wenn wir an die Ursache aller Ursachen gehen wollen, dann lautet diese: Ein Mangel an Vertrauen in das LEBEN.

Ja, es ist menschlich, zu werten. Es ist menschlich, krank zu sein. Es ist menschlich, kein Vertrauen zu haben.

Aber uns – meine Frau und mich – interessiert nicht, was menschlich ist. Uns interessiert, wie das LEBEN funktioniert. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

 

Bis zum nächsten Mal. Euer René Egli.