Hausverbot? Ein Test. Teil 2

Ein "erfolgreiches" Restaurant erteilt Hausverbote

19. Juli 2026

Verfasser: Françoise und René Egli

Hier kommt die Sichtweise von mir und meiner Frau:

Wir leben hier auf dem Planeten der bedingten Liebe. Das heisst: Gewisse Menschen und Dinge lieben wir und andere lieben wir nicht. Das wird hier als normal betrachtet.

Genau so macht es die Chefin dieses Restaurants: Sie liebt die angenehmen und freundlichen Gäste, aber sie liebt die unangenehmen und unfreundlichen Gäste nicht.

Wer weiss, wie das Leben funktioniert, der weiss, was geschieht, wenn man einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen verurteilt. Man bleibt daran «kleben». Mit anderen Worten: Man wird immer wieder mit diesen Menschen konfrontiert werden. Im Beispiel des Restaurants, das Hausverbote verteilt, wirkt sich das so aus, dass es tendenziell immer mehr unangenehme Gäste gibt. Ausserdem spricht die Chefin dieses Lokals natürlich mit Branchenkolleginnen und -kollegen über dieses Phänomen und dann schaukelt sich das Ganze hoch. Eine Kollegin wird dann sagen, ja, genau, auch sie hat festgestellt, dass es immer mehr unangenehme Gäste gibt. Das wird dann zu einem wichtigen Thema und das Spiel geht weiter. Man kann es auch so formulieren: Worauf man sich konzentriert, das wächst.

Weshalb muss dieses Spiel weitergehen? Weil wir hier auf diesem Planeten sind, um zurück zum LEBEN, zurück zur bedingungslosen Liebe zu gehen. Wie heisst es in der Bibel? Die Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte. Die Sonne macht keinen Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Gästen – wir Menschen aber schon. Und deshalb sind wir immer wieder mit Menschen und Situationen konfrontiert, die wir überhaupt nicht lieben.

Die Chefin dieses Restaurants wird so lange mit unangenehmen Gästen konfrontiert werden, wie sie diese verurteilt. Würde sie diese nicht mehr verurteilen, dann hätte sie die Lektion gelernt und es bräuchte keine unangenehmen Gäste mehr – oder diese würden sie nicht stören.

Wie oft haben wir gesagt und geschrieben, dass es keine objektive Welt gibt. Jeder hat seine eigene Welt, die von seinem Bewusstsein abhängig ist.

Wenn die Chefin des Restaurants die unhöflichen Gäste verurteilt, dann macht sie deren «Problem» zu ihrem «Problem». Wenn sie diese nicht verurteilt, dann bleibt das «Problem» bei den unhöflichen Gästen – es ist dann nicht das «Problem» des Restaurants. Tatsache ist nämlich: Was immer wir tun, tun wir dem LEBEN gegenüber. Die Gäste, die unhöflich sind, tun dies dem LEBEN gegenüber. Die Restaurant-Chefin braucht sich darum nicht zu kümmern.

Ist das Leben nicht genial?! Wenn uns jemand beleidigt oder betrügt, dann wäre das optimale Verhalten dies: Nichts tun! Lassen Sie das «Problem» beim anderen. Nicht umsonst lautet der Lieblingssatz meiner Frau wie folgt: Im Nichttun bleibt nichts ungetan. Aber für das Ego ist das Nichttun oft sehr schwierig bis unmöglich. «Ich kann mir das doch nicht bieten lassen. Wo kämen wir denn da hin?»

Wenn Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, mir jetzt erklären, dass es doch normal ist, dass man unanständige Gäste verurteilt, dann sag’ ich Ihnen «Sie haben recht». Es ist normal. Und es ist menschlich. Aber Sie werden die Wunder der bedingungslosen Liebe in diesem Leben nicht erfahren. Auch das ist in Ordnung. Aber beklagen Sie sich nicht, wenn es manchmal anstrengend ist, wenn es manchmal ein Kampf ist. Sie wissen ja: Das LEBEN kennt kein Reklamationsbüro.

Und noch etwas: Das hier erwähnte Restaurant ist zwar immer total ausgebucht, aber der Mitinhaber beklagt sich, dass er nicht genug verdient…

(Hier könnte man dann lange darüber diskutieren, was Erfolg bedeutet. Vermutlich versteht der Mitinhaber unter Erfolg nicht das Gleiche, das meine Frau in ihrem Buch «Immer (erfolg)reich» propagiert.)

Beinahe hätte ich etwas vergessen: Aus energetischer Sicht führt Verurteilung immer zu Energieblockaden… und langfristig wirkt sich dies nicht sehr vorteilhaft auf unseren Körper aus. Das sehen wir ja: Die Psychologen sind ausgebucht, die Ärzte sind ausgebucht, die Spitäler sind ausgebucht. Die Pharmaunternehmen machen Milliardenumsätze mit Medikamenten und Therapien. Kürzlich hat mir eine Mitinhaberin einer sehr grossen Apotheke erzählt, dass ich staunen würde, wenn ich wüsste, wie viele Menschen in ihre Apotheke kommen, um Psychopharmaka gegen Angst, Stress und Depressionen zu holen. Es ist der Normalzustand, wenn man nicht weiss, wie das Leben funktioniert.

 

Bis zum nächsten Mal. René und Françoise Egli.