
Nr.128 (12/2015)
Die Themen in dieser Ausgabe:
- Ein Brief vom LEBEN
- Chancengleichheit? Chancengleichheit!
- Die Weisheit des LEBENS und der goldige Passagier
Leseprobe 128 (12/2015)
Chancengleichheit? Chancengleichheit!
Es gibt Politiker, die für Chancengleichheit kämpfen, weil sie der Meinung sind, dass es Menschen gibt, die eindeutig die schlechteren Chancen im Leben haben als andere. Offenbar wissen diese Menschen nicht, dass alle die genau gleichen Chancen haben. Oder etwa nicht?
Nehmen wir zwei konkrete Beispiel:
Jean-Paul Belmondo.
Die Eltern dieses weltberühmten Filmstars waren wohlhabend und finanzierten ihm die ganze Schauspielausbildung. Da kommt ein Politiker natürlich rasch auf die Idee, dass dieser junge Mann wesentlich mehr Chancen hat als ein Junge, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und der nicht die Möglichkeit einer Ausbildung hat. Nicht wahr?
Mister X.
Mister X war ein Waisenkind. Er wuchs in der Umgebung eines Gefängnisses auf. Seine Pflegeeltern hatten kein Geld, um ihm eine höhere Ausbildung zu finanzieren. Er machte eine Metzgerlehre und ging dann zum Militär. Dort wurde er beim Stehlen erwischt und zur Strafe in den französischen Krieg in Vietnam geschickt. Den überlebte er und kam zurück nach Frankreich. Dort bekam er einen Gelegenheitsjobs in einer Bar.
Wo ist da die Chancengleichheit, könnte man fragen? Wo ist da die Gerechtigkeit des Lebens, könnte man fragen?
Nun, bei dem total benachteiligten Mister X handelt es sich um Alain Delon, der genauso erfolgreich und bekannt wurde wie Jean-Paul Belmondo. In der Bar lernte er nämlich eine Frau kennen, die ihn einem Filmproduzenten vorstellte. Und dieser Filmproduzent bot ihm eine Rolle in einem seiner Filme an, und … Alain Delon lehnte dankend ab. Er wollte …
